Das MUSS-Regelwerk fürs QM in Arztpraxen

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Nach welchem Regelwerk müssen sich Arztpraxen in Deutschland eigentlich verbindlich richten? Und welche sind freiwillig? Ich zeige Ihnen die Unterschiede in diesem Blog-Beitrag.

Die QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses

Für alle Kassenärzte ist die QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (kurz G-BA) verbindlich umzusetzen. Das ergibt sich aus der gesetzlichen Verpflichtung zum internen Qualitätsmanagement, die in § 135 a Abs. 2 Nr. 2 SGB V festgelegt ist.

Die QM-Richtlinie des G-BA macht keine Vorschriften, wie das praxiseigene QM-Handbuch aufgebaut sein soll, sondern listet nur die einzelnen Mindest-Themen auf, die in den QM-Systemen der Praxen enthalten sein sollen, z.B. Arbeitsanweisungen und Patientenbefragungen. Natürlich darf die Praxis auch Themen darüber hinaus in ihr QM-System integrieren.

Weil die QM-Richtlinie des G-BA aber nicht vorschreibt, wie das eigene QM-Handbuch gegliedert sein soll, orientieren sich die meisten Arztpraxen dafür an weiteren Regelwerken. Zum Beispiel:

Die Norm DIN EN ISO 9001

Die DIN EN ISO 9001 ist eine international anerkannte, branchenoffene Norm allgemein zum Qualitätsmanagement, nach deren Anforderungen QM-Systeme aufgebaut werden können. Es handelt sich also nicht direkt um ein QM-System mit vorgegebener Gliederung, Mustervorlagen etc., sondern um ein Regelwerk, das (Mindest-)Anforderungen an ein gutes Qualitätsmanagement stellt.

Die Abkürzung steht für:
DIN = Deutsches Institut für Normung (nicht: Deutsche Industrie-Norm)
EN = Europäische Norm
ISO = International Organization for Standardization – diese Norm ist über die EU hinaus international anerkannt

Die Nummer, wie 9001, sind Ordnungsnummern, um die Normen voneinander zu unterscheiden – die DIN EN ISO 9001 bezieht sich auf das Qualitätsmanagement, die DIN EN 13485 z.B. macht Vorgaben für den Bau und Betrieb von Medizinprodukten usw.

Die erste Fassung der DIN EN ISO 9001 ist aus dem Jahr 2000, daher „DIN EN ISO 9001:2000“ – die Zahl hinter dem Doppelpunkt steht für das Erscheinungsjahr, manchmal auch mit Monat und Tag (DIN EN ISO 9001: Jahr – Monat – Tag). Die aktuelle Version der DIN EN ISO 9001 ist von 2015.

Der Vorteil der DIN EN ISO 9001 ist, dass es weder eine fest vorgegebene Struktur für die Gliederung des eigenen QM-Handbuches gibt und auch die Inhalte nur allgemein vorgegeben werden. So kann das eigene QM-System ganz individuell und nach den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Gegebenheiten befüllt werden.

Das QMedicus Muster-Handbuch basiert auf der DIN EN ISO 9001. So kann das QMedicus QM-System für Ihre Arztpraxis jederzeit – auf Wunsch – nach der DIN EN ISO 9001 zertifiziert werden.

Qualität und Entwicklung in Arztpraxen (QEP)

QEP ist eins der größten QM-Systeme für niedergelassene Ärzte. Es wurde von der KBV entworfen.

Uns von QMedicus sind die Vorgaben von QEP allerdings zu einschränkend.

Europäische Praxisassessment (EPA)

EPA ist ebenfalls ein QM-System nur für Arztpraxen, über Deutschland hinaus. Anbieter ist in Deutschland das aQua, das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH.

Sie wollen ein QM-System aufbauen, das Sie – bei Bedarf – auch ohne großen Aufwand zertifizieren lassen können? In unseren QM-Beratungen – Online oder vor Ort zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr QM-System um die erforderlichen Komponenten nach DIN EN ISO 9001:2015 erweitern und trainieren Sie auf Wunsch auch für das Zertifizierungsaudit.

Und wie Sie sich optimal auf Überprüfungen Ihres QM-Systems durch die KV oder eine andere Behörde vorbereiten, lernen Sie in unseren praxisnahen eLearnings rund ums Qualitätsmanagement speziell in Arztpraxen.


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