G-BA-Richtlinie vs. DIN EN ISO 9001!?

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Auf die Erklärungen, wofür die Abkürzungen QM-Richtlinie des G-BA und DIN EN ISO 9001 stehen, war ich bereits in meinem Blog-Beitrag „Das MUSS-Regelwerk fürs QM in Arztpraxen“ eingegangen. In diesem Blog-Beitrag soll es nun um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede gehen, denn bei beiden handelt es sich um Regelwerke zum Qualitätsmanagement, wobei die DIN EN ISO 9001 branchenoffen ist, die QM-Richtlinie des G-BA sich dagegen speziell aus Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser bezieht.

Beiden Regelwerken gemein sind folgende Anforderungen an das QM-System einer Praxis:

  • Verantwortung der Leitung für das QM
  • (Ernennung eines Qualitätsbeauftragten)
  • Aufgabenverteilung
  • Kundenbefragungen, d.h. Patientenbefragungen
    • Mitarbeiterbefragungen (als interne Kunden)
  • Definition der Prozesse, d.h. Verfahrens- und Arbeitsanweisungen, Checklisten und Formulare
  • Teambesprechungen, d.h. Kommunikation
  • Schulungen
  • Beschwerdemanagement
  • Fehlermanagement
  • Risikomanagement und Notfallmanagement
  • Verbesserungsmanagement
  • Selbstbewertung / Managementreview

Neben den bereits erwähnten Aspekte verlangt die QM-Richtlinie des G-BA darüber hinaus seit der Überarbeitungen im November 2016 sowie Juni und September 2020 sehr konkrete und eher medizinisch relevante Themen, die sich stärker direkt an der Patientenbehandlung orientieren, die da wären:

  • Schnittstellenmanagement
  • Sturzprävention
  • Schmerzmanagement
  • Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)
  • Schutz vor Missbrauch und Gewalt

Die DIN EN ISO dagegen intensiviert noch andere Themen, bei denen es stärker um das Management geht. Dazu zählen

  • der Umgang mit Lieferanten,
  • die Erfolgsmessungen („Wirksamkeitsüberprüfungen“ genannt) und
  • als Gegengewicht zum Risikomanagement auch das Chancenmanagement.

Außerdem verfeinert die DIN EN ISO 9001 diverse Themen, die in der QM-Richtlinie des G-BA nur gestreift werden. Dazu zählen:

  • Schulungsplanung,
  • Ergänzung von Arbeitsanweisungen,
  • umfangreicheres Fehlermanagement,
  • umfangreicheres Beschwerdemanagement und
  • umfangreicheres Risikomanagement,
  • Kontinuierliche (!) Verbesserungen,
  • Erwähnung von Audits und deren Planung,
  • Planung (!) des QMS,
  • Wissensmanagement,
  • interne und externe Themen,
  • interessierte Parteien (nicht identisch mit Schnittstellen),
  • Leistungsspektrum und
  • die Prozesslandkarte

Ganz gleich, wo Ihr Fokus liegt, ob eher nur auf der Umsetzung der QM-Richtlinie des G-BA oder auch auf einer Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 – das QMedicus QM-System speziell für Arztpraxen ist so aufgebaut, dass es modular an beide Regelwerke einzeln oder in Kombination angepasst werden kann. Mehr dazu erfahren Sie in unseren praxisnahen eLearnings zum Eigenstudium rund um das Qualitätsmanagement in Arztpraxen oder auch in unseren individuellen Online-Beratungen oder unseren klassischen Beratungen vor Ort.


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